Die Substruktur der Mykerinos Pyramide Teil 4
In der Substruktur wird ein Raum als Vorratsraum bezeichnet. Manchmal wird der Raum einfach nur als die Kammer mit 6 Nischen bezeichnet.

Bild 1: Raum mit einem Eingang und 6 Nischen

Die Funktion dieses Raumes ist eigentlich völlig unklar. Die Nischen sind sehr niedrig und befinden sich nur auf einer Seite und am Ende des Raumes. Die Nischen sind nicht versperrt, es gab keine Verriegelung oder ähnliches. Auch wurden keine Vorräte oder irgendwelche Gegenstände in diesen Nischen gefunden. In der gesamten Literatur ist das Vorhandensein dieser Nischen ein Rätsel.

Betrachte ich nun diese Konstruktion unter akustischen Gesichtspunkten, so entdecke ich hier einen akustischen Effekt, der hier in einer Kammer abgebildet wurde.

Bekannt ist folgender akustischer Effekt über ein einseitig offenes Rohr:
Ein einseitig offenes Rohr hat Resonanzen bei 1/4, 3/4, 5/4, 7/4 usw. der Wellenlänge. Es wird eine erhöhte Schallabstrahlung (Lambda/4), um den direkt abgestrahlten Schalldruck zu erhöhen, genutzt.

Das bedeutet nichts anderes, als dass der Schall lauter aus dem Rohr zurückgeworfen wird, als der Schall in das Rohr hineingekommen ist. Es handelt sich hier bei diesem Effekt nur um ein Rohr, wie z.B. die Luftschächte in der Königskammer der Cheops Pyramide. Dort tritt der Schall ebenfalls wieder lauter heraus (Schalldruckerhöhung).

Es ist davon auszugehen, dass die Kammer in der Mykerinos Pyramide diesen Effekt bis zum Optimum ausreizt. Die zwei Nischen am Ende des Raumes sind leicht in der Richtung versetzt. Das deutet auf die Vermeidung von Flatterechos hin. Die gesamte Konstruktion ist in den Abmessungen für die Akustik optimiert umgesetzt worden.

Nun muss ich einen kleinen Ausflug machen. Einen in der Konstruktion und Funktion ähnlichen Raum gibt es auch auf der Insel Malta und zwar im unterirdischen Hypogäum. In der Orakelkammer konnte ich diesen Effekt nachstellen.

Einige Kirchen auf Malta besitzen ebenfalls unterirdische Räume. Die Kirchen sind an heiliger Stelle entstanden und wurden auf diesen viel älteren unterirdischen Räumen errichtet. Auch hier existieren verzweigte unterirdische Kammern, die nur mit einer Leiter zu erreichen sind. Gewohnt hat hier früher niemand. Auch eine Bestattung in diesen unterirdischen Räumen konnte nicht nachgewiesen werden. Diese unterirdischen Räume erinnern mich sehr stark an das Hypogäum auf Malta. Ich habe einige unterirdische Räume von Kirchen besucht und bin fest davon überzeugt, dass es sich auf Malta im Aussehen nach um viele verschiedene Hypogäen handelt.

Unsere Vorfahren kannten die akustischen Gesetze und Regeln besser als wir und verstanden diese in Bauwerke einzubauen.


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Bild 2: Invertiertes Bild des Raumes, Quelle Internet
Bild 3: Foto, mit richtigen Proportionen...