Der Haas-Effekt in Stonehenge

 
Der Haas-Effekt wird genutzt um die Lautstärke (Schalldruckpegel) im hinteren Zuhörerbereich von Freilichtbühnen und Auditorien zu erhöhen, ohne dass eine veränderte Ortung der Schallquelle stattfinden kann.
 
Die gleichzeitige Wahrnehmung mehrerer Schallquellen ist in der Raumakustik von großer Bedeutung.
 
 
Dieser Effekt wird als das Gesetz der ersten Wellenfront, Präzedenz- oder auch Haas-Effekt, bezeichnet.
 
In Punkt 3. kann die Schallquelle nicht geortet werden. Es wird nur der Primärschall wahrgenommen, selbst wenn der Schalldruckpegel um 5 dB bis 10 dB erhöht wird.
 
Dieser Effekt ist genial, denn er bedeutet, dass z.B. in einem Auditorium, eine kurzzeitige Reflexion die Schallquelle verstärkt, ohne das sich der Richtungseindruck der Schallwahrnehmung ändert.
 
Dieser Effekt wird in der Beschallungstechnik genutzt, um den Schalldruckpegel für Zuhörer im hinteren Zuhörerbereich durch Lautsprecher mit zeitlicher Verzögerung zu erhöhen, ohne das eine Ortung dieser Lautsprecher stattfindet (sehen kann man die Lautsprecher schon, nur orten kann man sie nicht).
 
In großen Auditorien oder Freilichtbühnen wird dieser Effekt ausgiebig genutzt. Zusätzliche zeitverzögerte Lautsprecher machen das auf dem Gebiet der Beschallungstechnik erst möglich.
 
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Kann dieser Effekt z.B. auch in Stonehenge auftreten?
 
Sicherlich, wenn es früher schon Lautsprecher mit zeitlicher Verzögerung gegeben hätte. Aber es geht auch anders, siehe Punkt 3.
 
Die Abmessungen der Steinkreise sind nicht zufällig gewählt worden. Wenn sich eine Schallquelle in der Mitte von Stonehenge befindet, hat der Schall eine gewisse Laufzeit, bis er den Steinkreis erreicht. Zwischen den parallelen Megalithen ist relativ viel Platz, um sich dort zu positionieren.
 
Stellen Sie sich jetzt zwischen den Megalithen auf und hören einer Schallquelle zu. Der Kreis hat einen Radius von ca. 27 m, der Schall ist dabei ca. 10 ms zeitverzögert unterwegs.
 
Es handelt sich hier um eine kurzzeitige seitliche Reflexion (bis 5 ms) an den rechts und links stehenden Megalithen nach dem oben beschriebenen Effekt. Der Schalldruckpegel wird erhöht, ohne das sich der Richtungseindruck der Schallwahrnehmung ändert. Auch benachbarte Megalithen stören nicht, sie verstärken sogar diesen Effekt. Ich hätte starkes Interesse, diesen Effekt in einer kreisrunden Konstruktion selbst mal zu erleben.
 
Diesen Effekt habe ich auf Stonehenge zweifelsfrei übertragen können.
 
Außerdem habe ich den Verdacht, dass beim neuzeitlichen Wiederaufstellen der teilweise umgestürzten Steine etwas schiefgegangen ist. Alle Steine sind konkav, einige sind noch zusätzlich konvex. Die konkave Form zeigt überwiegend in die Kreismitte. Einige Steine jedoch zeigen mit ihrem Bauch in die Kreismitte. Da stimmt was nicht. Hat man beim Wiederaufstellen der Steine nicht auf die korrekte Ausrichtung geachtet?
 
Unter Klangwissen "stehende Wellen zwischen zwei Reflektoren" ist noch ein anderer Effekt erklärt. Dieser Effekt tritt in Stonehenge zusätzlich auf.
 
Ich neige zu der Vermutung, dass Stonehenge so eine Art "Flüsterkreis" darstellt.
 
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Anmerkung:
 
Leider sind in Stonehenge, bzgl. der akustischen Archäologie, sehr viele "Stümper" unterwegs. Es wird in praktischen Versuchen die Laufzeit von Schall aufgenommen. Die fertige Auswertung eines Diagramms zeigte mir, das die gemessene Schallreflexion eindeutig einer Bodenreflexion (sehr kurze Laufzeit) zuzuordnen ist. Die Ergebnisse sind haarsträubend.
 
Es müsste mindestens ein Mikrofon-Array (mit kalibrierten Messmikrofonen) aufgestellt werden. Sogar auf die Messung eines Frequenzspektrums während der Schall-Laufzeit wurde verzichtet. Für die beteiligten Personen war es nur wichtig, sich in der Presse feiern zu lassen. Ach ja, um einen lauten Schall als Quelle für die "Messungen" heranzuziehen, bedienten sich die Fachleute der Hilfe von aufgeblasenen Luftballons, die sie zum Platzen brachten.
 
Die Messungen brachten keine verwertbaren Ergebnisse. Den mitgereisten Gästen wurden die Augen verbunden. Anschließend wurden sie in den Restkreis geführt. Dabei erlebten sie auf direkter Anfrage etwas "spirituelles". Was genau, wussten sie auch nicht, aber irgendetwas war schon da. Na ja ... Evtl. haben sie eine Halligkeit gehört... Die gibt es auch im Wald.
 
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